Badminton-Linien: derselbe Landeplatz, zwei Urteile
Der Boden bleibt gleich. Das gültige Zielfeld ändert sich. Vergleiche drei Landepunkte und nimm einen kleinen Feldplan mit in die Halle.

Der Ball liegt drin. Oder?
Stell dir diese Hallenszene vor: vier Menschen, ein Netz, ein Federball auf dem Hallenboden. Er liegt hinten im gegnerischen Feld, deutlich vor der allerletzten Linie. „Der war drin“, sagt jemand. „Zu lang“, sagt jemand anderes.
Beide können recht haben. Entscheidend ist, welcher Schlag gerade gespielt wurde.
Schau auf drei Landepunkte. Bei jedem bleiben Ort und Linien gleich. Wir ändern nur eine Bedingung. In jeder Szene landet der Ball unberührt auf dem Boden. Alle anderen Schläge und Abläufe nehmen wir als regelgerecht an; es geht hier um die Frage, ob der Ball am richtigen Ort landet.
A: Was verrät die hintere Linie?
Punkt A liegt zwischen der hinteren Aufschlaglinie für das Doppel und der Grundlinie. Er liegt außerdem innerhalb der schmaleren Seitenlinien und auf der diagonal gegenüberliegenden Seite des Aufschlägers. An der Breite und an der Richtung scheitert dieser Aufschlag also nicht.
Erste Szene: Doppel, Aufschlag. Niemand berührt den Federball, bevor er bei A aufkommt. Ist der Aufschlag gültig?
Entscheide erst, bevor du weiterliest. Der Landepunkt liegt vor der Grundlinie — aber welche Linie zählt bei diesem Schlag?
Der erste Wechsel: Der hintere Streifen zählt mit
Nein. Beim Doppelaufschlag reicht das Zielfeld hinten nur bis zur hinteren Doppel-Aufschlaglinie. Der Streifen dahinter gehört nicht zum Aufschlagfeld. A liegt darin: Aufschlagfehler.
Zweite Szene: Doppel, der Aufschlag wurde bereits zurückgespielt. Nun landet ein weiterer Schlag bei A. Niemand berührt ihn vorher.
Jetzt ist der Ball drin. Im laufenden Ballwechsel gilt im Doppel das breite, lange Feld bis zur Grundlinie. Die innere Querlinie hinten begrenzt dann nicht mehr das Zielfeld.
Das ist der überraschende Wechsel: Beim Doppelaufschlag ist das Zielfeld kürzer. Schon für den Rückschlag und für alle weiteren Schläge zählt das volle Doppel-Feld bis zur Grundlinie. Es liegt nicht daran, wie viele Sekunden vergangen sind, sondern daran, ob du gerade den Aufschlag beurteilst.
B: Seitlich — für zwei breit, für einen schmal
Punkt B liegt in einem der seitlichen Streifen: zwischen der inneren und der äußeren Seitenlinie. Er liegt weder ganz hinten noch direkt am Netz. Der Aufschlag ist in beiden Szenen schon zurückgespielt worden.
Erste Szene: Zwei gegen zwei. Der Federball landet bei B. Drin oder aus?
Drin. Beim Doppel gehören die seitlichen Streifen zum Spielfeld. Die äußeren Seitenlinien setzen die Grenze.
Zweite Szene: Einer gegen einen. Wieder landet der Ball bei B.
Aus. Im Einzel begrenzen die inneren Seitenlinien das Feld. Der seitliche Streifen liegt außerhalb, auch wenn dort eine gut sichtbare äußere Linie verläuft.
Hier ändert sich nichts zwischen zwei Schlägen. Es ändert sich die Spielform. Ein schnelles „Er liegt doch vor der Linie!“ hilft deshalb wenig: Vor welcher Linie?
Das Einzel ist schmal und lang. Das Doppel ist breit und lang. Beim Aufschlag kommt eine weitere Auswahl hinzu: Nur das passende Aufschlagfeld ist das Ziel.
C: Die richtige Länge — auf der falschen Seite
Punkt C liegt innerhalb der Seitenlinien, hinter der vorderen Aufschlaglinie und vor der hinteren Doppel-Aufschlaglinie. Trotzdem kann ein Aufschlag dorthin falsch sein.
Stell dir das Netz als waagerechte Linie vor. Der Aufschläger steht in der unteren linken Hälfte unserer Zeichnung. Sein Ziel liegt diagonal gegenüber, also oben rechts. C liegt aber oben links.
Erste Szene: Aufschlag im Doppel. Der Ball landet unberührt bei C.
Fehler. Die Länge passt, die Breite passt — aber der Aufschlag muss in das diagonal gegenüberliegende Aufschlagfeld gehen. Das benachbarte Feld auf derselben Seite der Zeichnung ist kein gültiges Ziel.
Zweite Szene: Der Aufschlag wurde regelgerecht zurückgespielt. Ein späterer Schlag landet bei C.
Drin. Im anschließenden Ballwechsel darfst du den Ball auch gerade über das Netz spielen. Die Mittellinie teilt die Aufschlagfelder; sie zwingt die weiteren Schläge nicht auf eine diagonale Bahn.
Du musst also keine unsichtbare Flugspur verfolgen. Für diese Entscheidungen genügt es, Spielform, Schlagphase und Landepunkt zusammenzubringen.
Und wenn der Ball die Linie trifft?
Eine Begrenzungslinie gehört zu dem Feld, das sie begrenzt. Auf der gültigen Linie ist deshalb drin.
Landet ein Doppelaufschlag auf der hinteren Doppel-Aufschlaglinie, ist er in Bezug auf diese Grenze gültig. Landet er dahinter, ist er zu lang. Eine weiter außen liegende Linie rettet ihn nicht: Sie begrenzt ein anderes Feld.
Das betrifft den Federball. Für die Füße beim Aufschlag gilt etwas anderes: Aufschläger und Rückschläger müssen innerhalb ihrer diagonal gegenüberliegenden Aufschlagfelder stehen, ohne deren Begrenzungslinien zu berühren.
Ein neuer Fall: ganz hinten auf der Linie
Ein Einzelaufschlag landet unberührt auf der Grundlinie, im richtigen diagonalen Aufschlagfeld und innerhalb der inneren Seitenlinien. Alle anderen Bedingungen sind erfüllt. Wähle ein Urteil oder öffne die Antworten mit Erklärung.
Antworten und Erklärungen
- Nein, hinter der Doppel-Aufschlaglinie ist immer aus.: Diese kürzere Grenze gilt für den Doppelaufschlag. Beim Einzelaufschlag reicht das Zielfeld bis zur Grundlinie.
- Ja, beim Einzelaufschlag zählt die Grundlinie dazu.: Richtig. Das Einzel-Aufschlagfeld ist schmal und lang. Die Grundlinie gehört dazu; die Diagonale passt in diesem Beispiel ebenfalls.
- Nein, ein Ball auf einer Linie ist immer aus.: Die Linie gehört zu dem Feld, das sie begrenzt. Eine gültige Begrenzungslinie zu treffen ist keine Aus-Landung.
Antworten und Erklärungen
- Nein, hinter der Doppel-Aufschlaglinie ist immer aus.: Diese kürzere Grenze gilt für den Doppelaufschlag. Beim Einzelaufschlag reicht das Zielfeld bis zur Grundlinie.
- Ja, beim Einzelaufschlag zählt die Grundlinie dazu.: Richtig. Das Einzel-Aufschlagfeld ist schmal und lang. Die Grundlinie gehört dazu; die Diagonale passt in diesem Beispiel ebenfalls.
- Nein, ein Ball auf einer Linie ist immer aus.: Die Linie gehört zu dem Feld, das sie begrenzt. Eine gültige Begrenzungslinie zu treffen ist keine Aus-Landung.
Ein Feldplan für den nächsten Streit
Vor dem nächsten Spiel zeigst du einmal auf drei Dinge: die inneren Seitenlinien, die äußeren Seitenlinien und die hintere Doppel-Aufschlaglinie. Danach findet ihr gemeinsam das diagonal gegenüberliegende Aufschlagfeld. Das dauert kürzer als die erste Diskussion über einen vermeintlichen Ausball.
Merke dir diese Reihenfolge:
- Einzel oder Doppel? Das entscheidet über die Breite.
- Aufschlag oder ein späterer Schlag? Das entscheidet, welches Zielfeld zählt.
- Welche Linie begrenzt genau dieses Feld? Auf dieser Linie ist drin.
Badminton-Spickzettel: vier Fälle und die Feldkarte
Zwei A4-Seiten mit vier Landeplatz-Fällen, Lösungen und den gültigen Flächen für Einzel, Doppel und Aufschlag. Suchbarer Text; Regelquelle und Stand sind enthalten.
Das Feld ist noch dasselbe
Der kleine Feldplan fasst vier Ansichten zusammen: Einzelaufschlag, Einzel-Ballwechsel, Doppelaufschlag und Doppel-Ballwechsel. Nimm ihn mit in die Halle und halte ihn so, dass das Netz zur echten Blickrichtung passt.
Dann kehre noch einmal zu A zurück: derselbe Federball, derselbe Fleck auf dem Boden — und eine fehlende Information, die aus „drin“ ein „aus“ macht. Beim nächsten Mal fragst du zuerst: „War das der Aufschlag?“
Welche Regeln diese Beispiele verwenden
Badminton World Federation: Laws of Badminton, in Kraft seit 26. April 2025, Version 5.0 (2). Maßgeblich sind Diagramm A und Regeln 1.1–1.3, 9.1 und 9.1.3, 10–11 sowie 13.3.1. Diese Übersicht behandelt das reguläre Einzel und Doppel; Para-Badminton kann abweichende Felder verwenden.
Regelstand geprüft am 27. Oktober 2026. Die Zeichnungen und Spielszenen stammen von Coru; sie zeigen Landeflächen, keine echten Matchaufnahmen.